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Impulse zur PPR Weiterentwicklung

Aktuell befindet sich die PPR 2.X in der Weiterentwicklung

Kann eine aktualisierte PPR 2.X die Attraktivität des Pflegeberufes im Krankenhaus positiv beeinflussen? Was sollte sich an der PPR 2.0 ändern, um diese ggf. zu fördern?

Einleitende Gedanken: Attraktivität des Pflegeberufes

Fest steht: Mehr Personal in der Pflege ist lange überfällig – ob durch die PPR 2.0 oder durch eine andere Regelung. Allerdings wird eine reine Erhöhung der Personalbesetzung, durch welches Instrument auch immer, vermutlich nicht ausreichen, um die Arbeitszufriedenheit im Pflegeberuf zu erhöhen. Ohne eine wertschätzende Behandlung, eine angemessene Bezahlung der Pflegenden und inhaltliche Aufwertung der Pflegearbeit wird der Pflegeberuf nach wie vor nicht attraktiv genug sein, um eine Versorgung des steigenden Pflegebedarfs für die Zukunft sicherzustellen und ausreichend Personen für den Pflegeberuf begeistern zu können.

Hintergründe: Studie zur Zufriedenheit im Pflegeberuf

Die Ergebnisse der Studie zur Arbeitsplatz-situation in der Akut- und Langzeitpflege können wahrscheinlich in Teilen auf das Krankenhaussetting übertragen werden. Folgende Kernaspekte in der Arbeitsplatzstudie des BMG wurden für den „Pflegearbeitsplatz mit Zukunft“ benannt (BMG 2023):

1.Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf

2. Attraktive Bezahlung

3. Gute Personalausstattung

4. Partizipative Führungsmodelle

5. Stärkung der Profession Pflege

6. Digitaler Arbeitsplatz und Pflegeprozessdokumentation

7. Aktive Förderung von Berufseinstieg und Berufsverbleib

Hintergrund: Motivatoren und Hygienefaktoren

Arbeitszufriedenheit liegt vor, wenn Menschen positive Kognitionen und Emotionen gegenüber ihrer Arbeit wahrnehmen. Faktoren, welche die Arbeitszufriedenheit positiv fördern können, sind erfahrene Anerkennung, Leistungsergebnisse, befriedigende Arbeitsinhalte, Übertragung von Verantwortung sowie Aufstiegs- und Entfaltungsmöglichkeiten. Herzberg et al. (1959) nennt diese Aspekte Motivatoren. Während die sogenannten Hygienefaktoren eher mit negativen Arbeitssituationen in Verbindung gebracht werden, vor allem wenn diese nicht erfüllt werden. Zu den Hygienefaktoren zählen Gehalt, guten Kontakt zu Untergebenen, Vorgesetzte und Kollegen, Führung, Unternehmenspolitik, Arbeitsplatzsicherheit, Persönliches.

Herzbergs Zwei-Faktoren-Theorie geht davon aus, dass nicht dieselben Faktoren zur Zufriedenheit bzw. Unzufriedenheit führen. In der Grafik werden die Ergebnisse einer Befragung von 1685 Personen bezüglich der Ereignisse, welche zu großer Unzufriedenheit bzw. Zufriedenheit geführt haben, dargestellt.

Abbildung 1: in Anlehnung an Herzbergs Zwei-Faktoren-Theorie (1986) zur Arbeitszufriedenheit

 

In der BMG-Arbeitsplatzstudie werden überwiegend Aspekte, welche den „Hygienefaktoren“ zuzuordnen sind, aufgeführt. Zu den Motivatoren könnte der Aspekt „Stärkung der Profession“ gezählt werden. Hauptvorschlag des BMG zu diesem Punkt ist die Einführung von Gesetzen, welche die Qualifikationsebenen der Pflegeberufe modernisieren soll. Das wäre allerdings zu kurz gegriffen. Der DPR fordert zur Stärkung der Profession z. B. dass es „Pflegefachpersonen ermöglicht wird, (pflege)diagnostische und therapeutische Maßnahmen im Rahmen Ihrer Qualifikation selbstständig auszuführen.“ Eine spannende Diskussion. Wichtig ist eine inhaltliche Ausgestaltung der Pflegearbeit, um die Attraktivität langfristig zu fördern.

Ableitend von dieser skizzierten Diskussion sind zwei zentrale Forderungen an die PPR 2.X Weiterentwicklung zu stellen:

Sinnvoller Qualifikationsmix

Die PPR 2.X. sollte dazu beitragen, dass sich ein zukunftsfähiger Qualifikationsmix im Krankenhaussetting etablieren kann. Dabei darf bei der Entwicklung der Methode nicht darauf geschaut werden, was der Markt aktuell an studierten Pflegefachpersonen hergibt. Denn das wäre eine „frustrierende“ Limitierung. Es sollten innovative Methoden entwickelt werden und ausreichend Übergangsfristen zur Entwicklung für die Kliniken eingeräumt werden, damit nicht von vornherein Quoten zu niedrig angesetzt werden.

Aufnahme von zukunftsfähigen Einstufungskriterien

Zur„Stärkung der Profession“ wäre es hilfreich, wenn als Einstufungskriterien der PPR 2.X genau jene Aspekte der Pflege aufnimmt, welche aktuell im Pflegealltag unterrepräsentiert sind und maßgeblich damit im Zusammenhang stehen, dass in zahlreichen Kliniken Pflege noch nicht durchgängig evidenzbasiert arbeitetet. Inhalte sind z.B. die systematische Anwendung von Pflegediagnostik bei vulnerablen Patientengruppen oder die Aufnahme von Kommunikationsleistungen im Bereich der Patient*innen Edukation.

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Impulse zur PPR Weiterentwicklung

Nachfolgend haben wir für Sie einige Impule zur Weiterentwicklung der PPR zusammengestellt.

Fachtagung zur Umsetzung & Weiterentwicklung der PPR 2.0

Wir möchten Sie auf das sehr spannende Programm der Fachtagung zum Thema Umsetzung & Weiterentwicklung der PPR 2.0 am 21.11.2024 aufmerksam machen.

FAQ Up-Date September 2024

Die Fachgesellschaft veröffentlicht ein Update für die FAQs, die bezogen auf die pflegefachliche Auslegung der Rechtsverordnung durch die Arbeitsgruppen der Fachgesellschaft Profession Pflege e.V.